Erklärung der Pflanzengeographischen Begriffe
alp
alpin sind Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt über der Waldgrenze der süd-mittel-osteuropäischen Hochgebirgszüge (Pyrenäen-Alpen-Karpaten usw.) haben. Reichen sie weit nach Osten werden sie als alp-altaisch, alp(-asiat.) oder ähnlich bezeichnet. Arten der Ostalpen und Karpaten, die in den Westalpen und Pyrenäen zurücktreten oder fehlen sind als oalp, die der Pyrenäen und Westalpen als walp oder alp(atl) usw. gekennzeichnet. (alp-arkt siehe unter arkt).
atl
atlantisch sind die im eurasiatischen Laubwald-Bereich eng an die Küstenbezirke Europas gebundenen Pflanzen.
euras
eurasiatisch sind Pflanzen, die dem großen Laubwaldgebiet angehören, das im Osten zwar verschmälert oder auskeilend (im Fernen Osten wieder verbreitert) durch Eurasien zieht. Liegt die Massenverbreitung der Art im europäischen Westen, ohne im asiatischen Teil ganz zu fehlen, wird die Art als eurassubozean bezeichnet. Ist die Pflanze dagegen, die Küstengegenden Europas meidend, in den östlichen Laubwäldern angereichert, wird sie je nach dem Grad ihrer Küstenscheu als euraskont oder euras(kont) bezeichnet.
europkont
europäisch kontinental sind Arten der europäischen Steppengebiete, die als pannonische, sarmatische oder pontische Arten nicht die zentralasiatischen Trockengebiete erreichen.
gemäß
gemäßigt
gemäßkont
gemäßigt kontinental werden Arten genannt, die ihren Schwerpunkt in osteuropäischen Laubwäldern besitzen und vor der Küste ebenso zurückweichen wie vor den asiatischen Laubwaldgebieten.
kont
kontinental sind Arten der eurasiatischen Steppen und Halbwüstengebiete mit weiter transkontinentaler Verbreitung.
med
mediterran werden nur solche Pflanzen bezeichnet, die im mittelmeerischen Hartlaubgebiet (Quercetea ilicis) hauptsächlich vorkommen oder dort auch öfter zu finden sind. Liegt ihr Verbreitungsschwerpunkt im östlichen Mittelmeergebiet, werden sie als omed, im anderen Falle als wmed charakterisiert.
no
nordisch sind Arten des borealen Nadelwald-(Birkenwald-)Gebietes. Häufig kehren sie in der montan-subalpinen Nadel- und Laubwald-Stufe der Alpen wieder (no-pralp). Eine Konzentration in den klimatisch kontinental getönten Zentralräumen wird durch Zusätze wie nokont oder bei abgeschwächter Ausprägung no-(kont) ausgedrückt. Bei Anlehnung der Artenverbreitung an die Küsten werden sie als nosubozean oder no(subozean) bezeichnet.
oalp
siehe alp
omed
siehe med
osmed
siehe smed
pralp
praealpine Arten haben ihre Hauptverbreitung im montan-subalpinen Laub- und Nadelwaldgebiet im Umkreis der süd-mittel-osteuropäischen Hochgebirge.
smed
submediterrane Arten haben ihren Verbreitungsschwerpunkt im nordmediterranen Flaumeichen-Gebiet. Sie reichen in den südeuropäischen Gebirgsstufen meist weit nach Süden oder kommen hier auch noch in den hochmontanen Buchenwäldern vor. Im südosteuropäischen Trockenwaldgebiet hauptsächlich verbreitete Arten werden als osmed, solche der südwesteuropäischen Gebiete als wsmed (oder bei entsprechender Arealausprägung auch als smed-atl) bezeichnet.
subatl
subatlantisch sind Arten, deren Massenverbreitung in den Laubwaldgebieten Westeuropas liegt. Sie sind einerseits nicht so eng wie die atlantischen Arten an die Küsten gebunden, dringen aber andererseits nicht so weit in den Kontinent hinein wie die eurassubozean Pflanzen, klingen vielmehr im Gegensatz zu den gemäßkont oder euraskont Arten bereits im osteuropäischen Laubwaldgebiet aus. Häufig finden sie sich in den feuchten, südeuropäischen Gebirgsstufen (bis zum Kaukasus) wieder (vgl. subatl-smed).
temp
temperiert
walp
siehe alp
wmed
siehe med
wsmed
siehe smed
Reichen Arten + / - gleichmäßig über mehrere Vegetationsgebiete hinweg, so werden die pflanzengeographischen Kennzeichen durch Bindestriche verbunden, z.B. no-euras-smed-med, arkt-no-pralp-alp, eurassubozean-smed usw.
(aus Oberdorfer 1994: 20ff - jedoch etwas gekürzt)
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