"Unkraut"bekämpfung auf den Gleisanlagen

 

1. WARUM ?

 

"Ein trockener Bahnkörper ist Voraussetzung für die Einhaltung einer dauerhaften Gleisanlage. Die Durchlüftung der Bettung fördert das Austrocknen und das Trockenhalten des Bahnkörpers. Verunkrautete Gleise und Randwege verhindern die gewünschte Wirkung. In Bahnhofgleisen ist hoher Bewuchs bei der Durchführung von Oberbauarbeiten hinderlich und erhöht bei Verschubarbeiten die Unfallgefahr. Die Beseitigung des Pflanzenbewuchses aus dem Gleiskörper ist deshalb ein notwendiges Gebot."

(aus ZOV 29 zu Dienstvorschrift B 51, Pkt. 21.2, Ausgabe 1971, ÖBB)

 

Durch ein Gespräch mit einem Bahnmeister der ÖBB erfuhr ich, daß der Streckenabschnitt Schärding bis Neumarkt/Kallham auf Lehm bzw. Mergel-Untergrund gebaut wurde. Im trockenen Zustand hält Lehm starke Belastungen aus. Nässe hingegen setzt die Tragfähigkeit stark herab. Dies führt zu den bekannten Problemen (Spritzstellen) wie sie immer wieder auftreten. Spritzstellen, oder auch Spritzstöße genannt, sind Schäden im Unterbau, die durch die Wechselwirkung von Belastung und Entlastung durch das Gewicht der fahrenden Züge entstehen. Diese Pumpwirkung geht bis in eine Tiefe von 10 bis 12 m. 

Außerdem entstehen durch abgestorbene Pflanzenteile wieder Nährstoffe für weiteren Bewuchs. Dies beschleunigt den Bewuchs von Jahr zu Jahr . Daher sei es unbedingt notwendig, die Pflanzen zu beseitigen. Darüberhinaus kann es durch die behinderte Durchlüftung bzw. Austrocknung zu vermehrten Frostschäden des Bahnkörpers kommen. 

2.. WIE ? 

Alternative Methoden wie Infrarotbestrahlung und Heißdampf werden derzeit erprobt. Nach Auskunft des o.a. Bahnmeisters sind die Erfolge dieser Methoden nicht zufriedenstellend. Aber in Wasserschutzgebieten, wie z.B. in Wels wird Heißdampf eingesetzt, da dort auf die Verwendung von Herbiziden verzichtet werden muß. Daher ist die Vegetation in Wels noch intakt, was sich merklich in der Florenliste niedergeschlagen hat. 

Das früher übliche Abbrennen konnte ich nicht feststellen. Ich glaube, man ist von dieser Methode abgekommen. 

Das ebenfalls übliche Ausreißen der Pflanzen, das sogenannte "Perme-Putzen" ist heute aus Kostengründen nicht mehr durchzuführen, da der Faktor "Arbeitszeit" heute wesentlich teuerer kommt als noch vor einigen Jahrzehnten. Früher zogen Gruppen von Frauen aus, um diese Arbeit zu erledigen.  

Einige Flächen entlang der Strecke sowie Zwischenflächen und Randflächen im Bahnhofsbereich werden mit Balkenmähern gemäht.  

Laut Aussage eines, im Verschub des Bahnhofes Neumarkt-Kallham tätigen ÖBB-Angestellten, wurde am 22. Mai, also einige Tage vor unserer Untersuchung Herbizid gespritzt.

Anläßlich unserer Begehung am 1. und 2. Juni 1997 mußten wir bereits starke Schäden am Bewuchs auf den Bahnhöfen Schärding (linkes Foto), Andorf und Neumarkt/Kallham sowie bei der Haltestelle Gopperding (rechtes Foto) feststellen

 

 

 

 Bereits zwei Wochen nach unserer Begehung waren von den Pflanzen nur mehr spärliche Reste übrig. Die folgenden Fotos zeigen vergleichend die Situationen am 2. Juni 1997 auf dem Bahnhof Schärding und die selbe Stelle am 26. Juni 1997. Die üppigen Bestände des Mäuse-Federschwingels (Vulpia myuros) und der Ruthenischen Hundskamille (Anthemis ruthenica) sind verschwunden. Ein Bild, daß mich sehr nachdenklich gestimmt hat. 

 

 

Die interne Vorschrift: "Unkrautbekämpfung mit chemischen Mitteln"

Auszüge aus der (meines Wissens nach noch immer gültigen) ZOV 29, zur Dienstvorschrift B 51, Pkt. 21.2 , Ausgabe 1971 der ÖBB 

"Pkt. 1 Allgemeines:.........Unkräuter in der Bettung und auf den Randwegen sind durch Besprengen mit wässrigen Mischungen chemischer Mittel zu bekämpfen. 

Pkt. 2. Chemische Unkrautbekämpfungsmittel: 

2.1 Die Wirkung der chemischen Unkrautbekämpfungsmittel beruht entweder auf einer Wachstumsstörung durch innere Verbrennung oder auf einer abnormalen Wachstumsförderung, die zur Erschöpfung und zum Absterben des Unkrautes führt (Wuchshormone). 

2.2 Die chemischen Unkrautbekämpfungsmittel werden nach ihrer Wirkungsweise eingeteilt in 

Weiters folgen einige wissenswerte Details wie Mischvorschriften, Lagerungsvorschriften sowie Durchführungsbestimmungen:

Vorgaben für Mischverhältnisse
abhängig vom Gelände - z.B. auf Bahnhöfen: 0,6 m3 Flüssigkeitsbedarf auf einen km 

Angaben zu den Unkrautbekämpfungszügen z.B.

Der Vernichtungsgrad ist nach zwei Monaten zu bewerten und zu dokumentieren.  

Die Version für die Öffentlichkeit 

Auf meine generelle Anfrage bzw. meine Bitte um Informationsmaterial erhielt ich im Sommer 1996 von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Werbung der ÖBB eine Broschüre mit dem Titel "Der Grüne Fahrplan - Das Umweltkonzept der Neuen Bahn" zugesandt. 

Neben den Themen Energiesparen, Luftreinhaltung, Boden- und Wasserreinhaltung, Sicherheit, Transport gefährlicher Güter, Umweltschutz beim Neubau und Lärmreduzierung fallen mir in diesem Zusammenhang besonders die Kapitel "Unkrautbekämpfung" und "Die Bahn verbraucht wenig Natur und pflegt sie" auf. 

Im Kapitel "Die Bahn verbraucht wenig Natur und pflegt sie" heißt es zum Beispiel: 

"Betreuung und Pflege der Grünflächen neben der Bahn:"

"Der Bewuchs auf den Bahnböschungen wird besonders in den städtischen oder stadtnahen Bereichen entsprechend der jeweiligen ökologischen Gesinnung (...........) oft völlig gegensätzlich beurteilt.
Was dem einen als einzigartiges und daher wertvolles Biotop erscheint, empfindet ein anderer als verwilderte Fläche, die einer gärtnerischen Betreuung (.........) unterzogen werden sollte. Unbestritten ist jedoch der ökologische Stellenwert, den die Bahnböschungen mit der ihr eigenen Flora als landschaftsgestalterisches Element besitzen.
Örtliche Zweigvereine der ÖBB-Landwirtschaft haben in den Gebieten um Wien, Graz, Innsbruck und Villach die Pflege von Böschungen auch an exponierten Stellen übernommen." 

"Unkrautbekämpfung:"

"Immer wieder kritisiert wird die Unkrautbekämpfung bzw. korrekte Aufwuchsbekämpfung im Schienenbereich.

Völlig falsch ist die Ansicht, daß Bahnböschungen mit Herbiziden behandelt werden. Ein solcher Eingriff würde rasch zu einer Verletzung der Vegetationsdecke und zu Erosion führen. Die Stabilität des Erdkörpers ginge verloren und teuere Sanierungsmaßnahmen an den Bahndämmen wären die Folge.

Lediglich das Schotterbett und die Randwege müssen vom Pflanzenbewuchs freigehalten werden. Diese Maßnahme ist zur Aufrechterhaltung der Gleisstabilität unumgänglich und aus technischen Gründen (Anm.:......oder finanziellen?) meist nur mit chemischen Mitteln möglich.

Zum Einsatz kommen allerdings nur amtlich registrierte Mittel, die auch in der Landwirtschaft verwendet werden. Außerdem werden sie in einer geringstmöglichen Menge eingesetzt.

Schon seit 1991 verwenden die Österreichischen Bundesbahnen ausschließlich Blattherbizide mit äußerst kurzen Halbwertszeiten und geringer Mobilität. Diese Umstellung verringerte auch den Spritzmittelverbrauch deutlich, weil nur dort der Einsatz sinnvoll ist, wo bereits Unkrautbewuchs vorhanden ist. Im allgemeinen handelt es sich um den Bereich der Schotterbettflanken und Randwege.

Im Jahr 1994 wird auch erstmals in Bahnhöfen ein Heißwasserdampfzug eingesetzt." 

"Auszüge aus der Broschüre "Der Grüne Fahrplan - Das Umweltkonzept der Neuen Bahn" Impressum: Österreichische Verkehrswerbung für die Österreichischen Bundesbahnen, Prod.Nr. 3103194, kein Erscheinungsdatum angegeben) 

Herbizide

(aus CD Römpp Chemie Lexikon (1995)) 

Von lat.: herba = Kraut, Gras abgeleitete Bezeichnung für Unkrautbekämpfungsmittel. Unter Unkräutern versteht man im allgemeinen alle Wild- u. Kulturpflanzen, die an ihrem jeweiligen Standort unerwünscht sind (Schadpflanzen). Im engeren Sinn werden nur die zweikeimblättrigen (dikotylen) Schadpflanzen als Unkräuter bezeichnet, für die einkeimblättrigen (monokotylen) hat sich der Begriff Ungräser eingebürgert. Die Schadpflanzen konkurrieren mit den Kulturpflanzen um Wasser, Licht, Nährstoffe u. Lebensraum u. verringern dadurch in nicht unerheblichem Maße die Flächenerträge. So benötigt z.B. der Ackersenf im Vergleich zum Hafer das Doppelte an Stickstoff u. Phosphor u. das Vierfache an Kalium u. Wasser. Dabei sind Monokulturen besonders anfällig für Verunkrautung. Gleichzeitig zwingt der Konkurrenzdruck die Landwirte zu Rationalisierungsmaßnahmen. Dazu zählt auch die Vorbereitung der maschinellen Ernte durch Entblätterungsmittel (Defoliantien), z.B. im Baumwollbau, oder Krautabtötungsmittel (Desiccantien), z.B. im Kartoffelbau. H. sind deshalb aus der modernen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Sie gelangen, wie auch die anderen Pflanzenschutzmittel, in der Regel in aufbereiteter Form in den Handel, d.h. sie enthalten Zusätze, die eine auf die jeweilige Anwendung ausgerichtete optimale Ausbringung, Verteilung u. Entfaltung des Wirkstoffs ermöglichen sollen.Die Ausbringung kann flüssig (in der Regel als verdünnt wässrige Lösung), pulverförmig oder als Granulat erfolgen. 

Die H. lassen sich bezüglich des Anwendungszeitraums, des Ausbringorts, der Aufnahmeart u. der Wirkungsweise jeweils in verschiedene Gruppen einteilen, wobei jedoch ein- u. derselbe Wirkstoff durchaus mehreren Gruppen angehören kann. Bezüglich des Zeitpunktes unterscheidet man zwischen der Vorsaat, dem Vorauflauf (d.h. bevor die ersten Blätter an die Oberfläche gelangen) u. dem Nachauflauf der Kulturpflanzen. Wirkstoffe, die über die Wurzeln von den Schadpflanzen aufgenommen werden, bezeichnet man als Boden-Herbizide. Erfolgt die Aufnahme über die oberirdischen grünen Teile der Pflanze, spricht man von Blatt-Herbiziden. Entfalten diese ihre Wirkung direkt am Benetzungsort, werden sie zur Gruppe der Kontakt-Herbizide gezählt. Bezüglich der Verteilung innerhalb der Pflanze unterscheidet man zwischen systemischen u. nicht-systemischen Wirkstoffen. Ein weiteres Kriterium ist die Selektivität. Total-Herbizide vernichten die gesamte Vegetation u. werden insbesondere auf Industriegeländen, Gleisanlagen, Wegen u. Plätzen angewendet. Im Kulturpflanzenbau können sie vor oder nach dem Anbau nur dann ausgebracht werden, wenn ihre Wirkungsdauer gering ist. Semitotal-Herbizide werden von verholzenden Pflanzen relativ gut vertragen u. kommen deshalb vorwiegend im Obst- u. Weinbau, auf Plantagen, im Forst, in Baumschulen u. Ziergehölzanlagen zum Einsatz. Die bedeutendste Gruppe bilden die selektiven Herbizide, die eine hohe herbizide Aktivität mit einer hohen Verträglichkeit gegenüber bestimmten Kulturpflanzen verbinden. Da nicht alle Wirkstoffe alle Unkräuter gleich gut bekämpfen, werden in der Praxis oft Kombinationen eingesetzt. 

Die Substanzen greifen auf verschiedenste Weise in den Stoffwechsel der Pflanzen ein. Meistens ist dabei eine Funktionsstörung so dominierend, daß sie als die eigentliche Ursache der herbiziden Wirkung anzusehen ist: Photosynthese-Hemmer stören die Umwandlung der von der Sonne aufgenommenen Lichtenergie in chem. Energie. Atmungshemmer blockieren die Umwandlung von in Proteinen, Kohlehydraten u. Fetten gespeicherter chem. Energie in eine biochem. nutzbare Form. Wuchsstoff-Herbizide entsprechen in ihrer Wirkung dem natürlichen Pflanzenhormon Auxin (3-Indolylessigsäure) u. führen dazu, daß sich vor allem zweikeimblättrige Schadpflanzen bei entsprechender Dosierung "zu Tode wachsen". Keimhemmer (Mitosehemmer) verhindern die Zellteilung. Carotinsynthese-Hemmer blockieren die Bildung von Carotinoiden, die als Schutzpigment das Chlorophyll gegen einen photosensibilisierten oxidativen Abbau schützen. Andere Wirkstoffe greifen in die Protein-, Lipid-Synth. u.a. Stoffwechselvorgänge ein. Bei vielen Herbiziden, vor allem den anorganischen Vetretern, ist der Wirkungsmechanismus noch weitgehend unbekannt. 

Chemisch lassen sich die H. in anorganische und organische Verbindungen unterteilen.  

Anorg. Verbindungen wie Eisen(III)-sulfat, Kupfer(II)-sulfat, Schwefelsäure od. Natriumchlorat standen am Anfang der chem. Unkrautbekämpfung in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Sie wurden in zunehmendem Maß durch organische Verbindungen ersetzt u. finden heute nur noch in Spezialfällen und als Totalherbizide Anwendung. Das erste selektive organische H. war DNOC, das bereits seit 1892 als Insektizid eingesetzt wurde, dessen herbizide Wirkung jedoch erst seit 1934 genutzt wird. 

Die meisten organischen Herbizide gehören folgenden Verbindungs-Klassen an: Mineralöle, Phenole, Kohlen- u. Thiokohlensäure-Derivate (z.B. Carbamate, Harnstoffe), Carbonsäuren u. Carbonsäure-Derivate, heterocyclische Verbindungen(z.B. Triazole, Pyrazole, Pyridine, Pyridazine, Pyrimidine, Triazine), Dinitroaniline, Phosphor-organische Verbindungen.  

Einige Gründe, warum es besser wäre, auf Herbizide zu verzichten 

Wieviel ist das ökologische Image der Institution "Österreichische Bundesbahnen" wert?

Andere Konzerne investieren viele Millionen für ein entsprechendes ("Bio"-)Image. Gerade das Erscheinen einer Imagebroschüre über das Umweltkonzept der "Neuen Bahn" zeigt, daß sie bemüht sind, in diese Richtung zu gehen. Im Fall der "Unkrautvernichtung" sieht es aber so aus, als wären die ÖBB noch absoluter Monopolist. Auch die Österreichische Bundesbahnen geraten immer mehr unter Wettbewerbsdruck, die Monopolstellung wird nach und nach durch laufende Privatisierungsaktionen des Bundes bzw. durch wachsende Konkurrenz von Privatanbietern aufweichen. Die Öffentlichkeit ist scheinbar der Meinung, daß die ÖBB keine Herbizide mehr einsetzen. Ich glaube nicht, daß sie (die Öffentlichkeit) das so einfach gutheißen würde. Ein Aufrechterhalten dieser Gepflogenheiten wäre schade, weil gerade die Bahn eine wichtige Alternative zum Individualverkehr darstellt und sie so die Umwelt wesentlich entlasten kann.
Ich behaupte nicht, daß das Einstellen der Herbizidanwendungen und die schöne Botanik den ÖBB schlagartig eine Menge neue Kunden bescheren würde, dies wäre weder logisch noch lebensnahe. Vielmehr wäre ein Verzicht auf diese Methoden ein konsequentes Weiterverfolgen eines Weges, der ohnehin bereits beschritten wurde. Das wichtigste Argument für ein Aufrechterhalten der defizitären Bundesbahnen, sozusagen das "Überlebenskonzept", ist die Entlastung der Umwelt: Weg von der Straße und damit weniger Abgase und weniger Kosten für die Erhaltung der Straßen, weniger verbaute Flächen usw. Aus diesem Grund zahlt die Öffentlichkeit jetzt und auch a la longe dazu. Aus verschiedenen Gründen, vielleicht hauptsächlich aus Bequemlichkeit, wird die Bahn in Österreich noch zu wenig genutzt. ("Bahnfahren ist z.B. in der Schweiz am beliebtesten. Jeder Schweizer fährt durchschnittlich 41mal im Jahr mit der Bahn, Österreich liegt mit durchschnittlich 22 Fahrten pro Person im europäischen Mittelfeld" (Stand 1992) OÖN vom 16.9.1994)).

Der Verzicht auf Herbizide ist symbolisch zu sehen, als ein Bestandteil eines Konzeptes, sozusagen im Sinne einer "Corporate Identity". Hier geht es um die Glaubwürdigkeit. 


Darüber hinaus 

Der Bahngast sollte das gute Gefühl haben, Kunde einer umweltfreundlichen Organisation zu sein. Es gilt, dem "Naturverlust" (SCHRÖDER (1987: 31)) entgegenzutreten und, wie es Hesse ausgedrückt hatte, der "Monotonie des maschinellen Ensembles" gegenzusteuern. Die Wiederentdeckung der Poesie des Reisens und des Erlebnisses der Wahrnehmung sind emotionelle Ziele, die es Wert sind, angesteuert zu werden.
Dies entscheidet, ob man Eisenbahnfahrten als eintönig, langweilig, technisch oder gar bedrohend empfindet oder mit Genuß, (Natur-)Erlebnis, Innerlichkeit, Zerstreuung verbinden kann. Die Eisenbahn, das ehemalige Symbol der "Verkehrsrevolution" des zuendegehenden 18. Jahrhunderts, erhält im Moment die Gelegenheit zu einem Verkehrsmedium zu mutieren, das der geschäftlichen Hektik gegenübersteht. Aber um dieses Ziel zu erreichen und um wirklich angenommen zu werden, gehört mehr dazu als Tempo, Komfort und Pünktlichkeit: Dinge eben, die darüber hinaus gehen.

 

 

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